Gemüse des Jahres 2017/18: die Steckrübe

Alle zwei Jahre bestimmt der Verein zum Erhalt der Nutzpflanzenvielfalt e.V. ein Gemüse des Jahres.

Für die Jahre 2017/18 ist es die Steckrübe (Brassica napus ssp. napobrassica L.).
Die Steckrübe ist auch unter den Namen Kohlrübe, Bodenkohlrabi oder Wruke (vor allem im Norden und Osten von Deutschland) bekannt. Auch schwedische Rübe wird sie bisweilen genannt. In den letzten Jahren und Jahrzehnten ist sie jedoch als Gemüse beinahe in Vergessenheit geraten.

Steckrüben sind enge Verwandte des Raps (Brassica napus ssp. napus), der seit dem 16./17. Jahrhundert als Ölpflanze angebaut wird. Sowohl Raps als auch Steckrübe entstanden aus einer Kreuzung von Kohl (Brassica oleracea) und Rübsen bzw. Stoppel- oder Mairüben (Brassica rapa).

Vermutlich liegt der Ursprung der Steckrübe in Skandinavien, von dort kam sie zu uns nach Mitteleuropa, daher auch der Name „schwedische Rübe“. Hauptanbaugebiete liegen auch heute noch in Nordeuropa, in Russland und um das baltische Meer.
Der Anbau dieses sehr traditionellen Gemüses ist unkompliziert und kommt ohne Agrochemie oder lange Transportwege aus. Die Rübe mag feuchtkühles Wetter, ist frosttolerant aber nicht vollkommen winterhart.
Die geernteten Rüben lassen sich sehr gut lagern. Im ersten Weltkrieg (Steckrübenwinter 1916/17) und auch im Hungerwinter 1946/47 waren lagerbare Kohlrüben wichtiges Nahrungsmittel – die Verbindung zu Hungerzeiten ist sicherlich auch ein Grund, warum sie sehr bald und gerne in Vergessenheit geraten ist.
 
Das Laub der Steckrübe ist, im Gegensatz zur Mai- oder Stoppelrübe, bereift, der Blütenstand ist gestreckt. Gelbfleischige Sorten haben meist einen besseren Geschmack – für die gelbe Färbung ist Beta-Carotin verantwortlich. Weiße Sorten werden in der Regel als Futterrüben angebaut, jedoch gibt es auch hier wohlschmeckende Vertreter.

Im Samengarten findet man die Sorte „Helenor“. Für den Samenbau werden die Rüben zweijährig angebaut, d.h. die im Herbst und Winter geernteten Rüben überwintern im Keller und blühen dann, nach erneutem Auspflanzen, im zweiten Jahr.
 

Steckrüben in der Küche

Wegen des Kohlgeschmacks kochte man die Steckrübe meist im Eintopf mit Kartoffel, Zwiebel und Fleisch. Es lohnt sich jedoch, die Rübe aus der „verstaubten Ecke“ herauszuholen, in der Küche neu zu experimentieren und diesem modernen, klimaschonenden Nahrungsmittel wieder kulinarische Bedeutung zukommen zu lassen.

Das folgende Rezept wurde uns von www.Joyofveggie.de zur Verfügung gestellt und lädt zum Probieren ein!

Viel Vergnügen und guten Appetit!

STECKRÜBENLASAGNE
 
Zutaten (4 Personen)
800 g Steckrübe
1 Zwiebel
1 Stange Lauch
60 g Butter
1 Lorbeerblatt
30 g Mehl
500 ml Milch
6 Stiele Petersilie
200 g würziger Bergkäse
Muskat
3 Tl Zitronensaft
9 Lasagne-Platten
 
Zubereitung
Die Steckrübe schälen und in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Zwiebel fein würfeln. Lauch putzen und die weißen und hellgrünen Teile schräg in 2 cm dicke Scheiben schneiden.
 
Zwiebel und Lauch in 20 g heißer Butter in einem breiten Topf andünsten. Die Steckrübe dazugeben und mit 500 ml Wasser auffüllen. Lorbeer dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Zugedeckt 10 Minuten garen. Lauch und Steckrübe mit einer Schaumkelle aus dem Topf heben, abkühlen lassen. Fond auf 250 ml einkochen.
 
Die restliche Butter zerlassen. Das Mehl einrühren und 2 Minuten anschwitzen. Milch und Steckrübenfond unter kräftigem Rühren zugießen und 10 Minuten bei mittlerer Hitze kochen lassen. Lorbeerblatt entfernen. Petersilienblätter abzupfen und fein hacken. Käse grob reiben. 150 g Käse und Petersilie unter die Sauce rühren und mit Salz, Pfeffer, Muskat und Zitronensaft abschmecken.
 
Eine ofenfeste Form (ca. 20 x 30 cm) ausfetten und den Boden mit Käsesauce ausstreichen. 3 Lasagne-Platten nebeneinander in die Form geben und mit der Hälfte der Steckrüben und des Lauchs belegen. Sauce daraufgeben und mit weiteren 3 Lasagne- Platten belegen. Das restliche Gemüse darauf verteilen und mit 3 Lasagne-Platten abschließen. Die restliche Sauce darauf glatt streichen und mit dem restlichen Käse bestreuen.
 
Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad (Gas 3, Umluft 180 Grad) auf der 2. Schiene von unten 30 Minuten garen.

 

Über den Fenchel

Aus dem Gedicht über den Gartenbau LIBER DE CULTURA HORTORUM des Benediktinermönchs und späteren Abt des Klosters Reichenau, Walahfrid Strabo, aus der Zeit des frühen Mittelalters um etwa 840. 

"...
Auch die Ehre des Fenchels sei hier nicht verschwiegen; er hebt sich
Kräftig im Sproß und er strecket zur Seite die Arme der Zweige,
Ziemlich süß von Geschmack und süßen Geruches desgleichen.
Nützen soll er den Augen, wenn Schatten sie trübend befallen,
Und sein Same mit Milch einer trächtigen Ziege getrunken,
Lockre, so sagt man, die Blähung des Magens und fördere lösend
Alsbald den zaudernden Gang der lange verstopften Verdauung.
Ferner vertreibt die Wurzel des Fenchels, vermischt mit dem Weine,
Trank des Lenaeus, und so genossen, den keuchenden Husten.
 ..."



 
Dieses Gedicht erschien 1510 in gedruckter Form unter dem Beinamen HORTULUS und fehlt seitdem in keiner Abhandlung über den Gartenbau und die Geschichte des Gartens.
 
Die seit der Antike bekannte und beschriebene Heilkraft des Fenchels führte lange vor der Zeit Hildegards von Bingen zum Anbau dieser Pflanze nicht nur in den Klostergärten, sondern auch in den Gärten der Kaiserpfalzen Karls des Großen.
 
Neben mittlerweile überaus zahlreichen dem HORTULUS nachempfundenen Kräutergärten findet sich eine zu besichtigende Version des Strabo-Gartens auf der Bodenseehalbinsel Reichenau direkt neben dem Münster in Reichenau-Mittelzell.
 
 
Nicht alle beschriebenen Heilwirkungen oder gar die Zubereitung mit Ziegenmilch entsprechen dem heutigen Wissensstand. Aber immer noch ist Fenchel eine wichtige Heilpflanze – zubereitet als Tee hilft die Frucht von Bitter- oder süßem Fenchel bei Verdauungsbeschwerden, leichten Krämpfen, Völlegefühl oder Blähungen. Bei Katarrhen der oberen Luftwege findet Fenchel Anwendung. Außerdem ist er Bestandteil von Harntees bei Entzündungen der Harnwege. Fenchelöl hat antimikrobielle Wirkung.
 

Der „knollenbildende“ Gemüsefenchel ist in MItteleuropa eine junge Kulturpflanze. Entstanden ist die Knollenform vermutlich in Italien und hat mit Verbreitung der italienischen Küche auch bei uns Einzug gehalten.
Der Fenchel ist ein typisches Herbstgemüse, schossfeste Sorten können allerdings das ganze Jahr über angebaut werden.
Für den Samenbau werden letztere einjährig kultiviert, wie hier im Samengarten die Sorte „Fino“.
 

 
 
Vom Apfel zum Saft

Zusammen mit Schülern der dritten Klasse der Adolf-Gänshirt-Schule Eichstetten, machte sich die Stiftung einen Vormittag lang an die Herstellung von Apfelsaft: Äpfel sammeln, kleinreiben und – per Muskelkraft – zu Saft pressen. Am Ende gab es für jedes Kind ein Glas frisch gepressten Saft.







Die Kinder gestalteten außerdem noch Etiketten für den Saft, den die Stiftung aus Früchten des Obstmuseums und von gemeindeeigenen Obstbäumen gewinnen konnte. Sobald die Etiketten fertig gedruckt sind, wird es den Saft käuflich zu erwerben geben.
 
 

…und was man aus Äpfeln sonst noch machen kann:

Dörrobst oder gar schon Weihnachtsschmuck?


Jinan und Lára haben es ausprobiert:

Habt ihr einen Kachelofen? Und Äpfel?
Dann kommt hier eine Idee, wie ihr euch Dörrobst ganz einfach und ohne den Einsatz zusätzlicher Energie herstellen könnt.
Wer einen Apfelschäler besitzt oder mit dem Messer geschickt umgehen kann, der kann sich obendrein noch schönen Weihnachtsschmuck aus dem „Abfall“ basteln.
 
So geht’s:

Äpfel schälen und Kernhaus entfernen - am besten geht das mit einem Apfelschneider oder Kernhausausstecher.
Äpfel in Ringe schneiden und die Ringe einmal durchschneiden
Auf einem Backofenrost aufhängen und ins Ofengitter klemmen, mit etwas Abstand auf den Ofen stellen oder einfach in Ofennähe aufhängen.
Am nächsten Tag können die angetrockneten Äpfel schon zusammengeschoben werden und man hat Platz für eine neue Fuhre. Zum Nachtrocknen kann man die Äpfel auch auf einem Blech lagern.
Richtig trocken sind sie, wenn sie mit einem 'Knack' brechen.
Luftdicht verschlossen halten sie sich eine ganze Weile.
 
Girlanden für den Weihnachtsbaum erhält man, indem man die langen „Schalen-Schnüre“ zum Trocknen aufhängt. Wenn sie getrocknet sind, muss eigentlich nur noch Weihnachten kommen.
 
Super, oder?
 
 

Ballonrebe Cardiospermum halicacabum: Saatgut gibt's bei der Stiftung Kaiserstühler Garten

Ausblick:

Die Gartensaison neigt sich langsam ihrem Ende zu, die letzte öffentliche Führung hat bereits stattgefunden. Aber, wie immer, laufen die Arbeiten im Hintergrund und die Planungen für nächstes Jahr weiter.
Über Termine und Veranstaltungen in der neuen Gartensaison informieren wir sie rechtzeitig.

Seit einiger Zeit betreiben wir übrigens einen Auftritt auf Facebook.
Wer uns dort besuchen (und bitte gerne liken!) möchte, findet uns hier:



 


 

 
 

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